Hauptsache es gibt Kartoffeln Kartoffelsalat auf süddeutsche Art

Kartoffelsalat „Nord“ trifft Kartoffelsalat „Süd“. Mit Mayo oder Brühe? Welche Gurke gehört rein? Und was schmeckt mehr nach Kartoffel? Wir verraten euch unsere Lieblingsversionen. Das Duell kann starten: Hier kommt die Variante mit Brühe.

Kartoffelsalat mit Brühe und Speck

Für Leute aus dem Süden ist die Kartoffelsalat-Version „ohne Mayo“ ein Heimatessen. Ich bin in einer kleinen Gemeinde nahe dem Bodensee aufgewachsen. Meine Mama machte den Sattmacher immer mit einem Dressing aus Brühe, Essig und etwas Öl. Einen Kartoffelsalat mit Mayo rührt bei uns in der Gegend kaum jemand an. Aber mit Kartoffelsalat sind wir im Süden ja ein bisschen eigen. Klar gibt es ihn im Sommer zum Grillen oder zu Frikadellen. Aber auch zu bereits kohlenhydratlastigen Gerichten wie gebratenen Maultaschen (also Nudeln) oder paniertem Schnitzel (Brotbrösel) ist er das ganze Jahr über ein „Must Serve“.

Meinen ersten Kartoffelsalat mit Mayo fand ich viel zu mumpig und schwer - wahrscheinlich, weil ich den Salat eben nur klassisch schwäbisch kannte. Mit einer leichteren Joghurt-Salatcreme-Version komme ich inzwischen (nach einigen Jahren im Norden) aber auch klar ...

Die Besonderheit der Süd-Version? Sie ist schneller gemacht, da die Kartoffeln lauwarm verarbeitet werden. Natürlich ist sie kalorienärmer, schmeckt richtig nach Kartoffel UND kann die Sommerhitze besser ab. Da braucht man keine Angst vor Salmonellen haben ...

Drei Dinge sind wichtig, damit mein Salat schwäbisch-perfekt gelingt:

  1. Ich nehme kleinere, festkochende Kartoffeln. Die kann man auch lauwarm gut in Scheiben schneiden, alle anderen „zerbröseln“ meist total dabei. Kleiner Tipp: Nehmt einen Eierschneider für die Scheibchen-Trennung – das klappt am besten. Oder ihr halbiert die Kartoffeln und schneidet sie auf einem Brettchen in Scheiben.
  2. Die Zwiebeln dünste ich in Öl an – das mildert deren Geschmack und sorgt dafür, dass der Salat auch am nächsten Tag noch lecker schmeckt.
  3. Für das Dressing nehme ich Bio-Brühe oder Fond (da diese ohne Zusatzstoffe und künstliche Aromen auskommen)

Der Kartoffelsalat „​Süd“

Zutaten für 4 Portionen:
  • 1 kg kleinere, festkochende Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 5 EL Öl
  • 2 TL Zucker
  • 5-6 EL Weißwein-Essig (am liebsten weißen Balsamico)
  • 250 ml Brühe oder Fond
  • 1 TL scharfer Senf Pfeffer (Mühle)
  • 2 Frühstücksgurken (Mini-Gurken)
  • 5 Radieschen Salz
  • ½ Bund Schnittlauch

Zubereitung:

  1. Die Kartoffeln in Wasser ca. 15 Minuten kochen. Abgießen, abschrecken und kurz abkühlen lassen.
  2. Die Zwiebel schälen, fein würfeln und in einem Topf im heißen Öl glasig dünsten. Zucker darauf streuen, schmelzen lassen. Mit Essig und Brühe ablöschen, einmal aufkochen. Senf einrühren, mit Pfeffer würzen. Vom Herd nehmen.
  3. Kartoffeln pellen und in Scheiben schneiden (wie gesagt: ich nehme den Eierschneider). Warmes Dressing darübergießen und den Salat mindestens 1 Stunde ziehen lassen.
  4. Gurken waschen und in dünne Scheiben hobeln (mit oder ohne Schale, ganz wie ihr wollt). Radieschen waschen, würfeln. Beides unter den Salat heben, kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken. Schnittlauch mit einer Schere auf den Salat schneiden - in feinen Röllchen.

Übrigens: Letztes Jahr schrieb uns eine Leserin und wollte wissen, ob man Kartoffelsalat einfrieren kann. Ratlose Blicke auf beiden Seiten des Büros! Hatten wir noch nie probiert! Also, runter in die Küche, „Nord“ und „Süd“ gemacht – und ab in den Tiefkühler. Nach dem Auftauen war schnell klar, geht bei beiden nicht! Denn die Kartoffeln bekommen eine schwammige Struktur und schmecken total nach Stärke. Die Mayo bei der „Nord“-Version zersetzte sich außerdem auch noch. Unser Fazit: Reste lieber den Nachbarn schenken!